Ausgaben für Gesundheit gestiegen

Mai 6, 2008 von gesundheitundpflege

Im Jahr 2006 gaben die Deutschen wieder mehr für ihre Gesundheit aus. Die Ausgaben der Bundesbürger beliefen sich auf 245 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 2,4 Prozent mehr, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Der Anstieg ist zurückzuführen auf erhöhte Ausgaben für Medikamente, Arztrechnungen, Krankenhauskosten und Pflegedienste.

Jeder Einwohner gab 2006 durchschnittlich 2.970 Euro für die Gesundheit aus. Im Jahr zuvor lagen die Gesundheitsausgaben noch bei 2.900 Euro. Damit beliefen sich die Ausgaben auf 10,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Der größte Ausgabenposten wurde durch die gesetzliche Krankenversicherung verursacht. Deren Ausgaben erreichten im Jahr 2006 knapp 140 Milliarden Euro, das entsprach einem Plus im Vergleich zum Vorjahr von 2,9 Prozent. Die private Krankenversicherung zahlte 7,4 Prozent der Gesundheitsausgaben, das sind umgerechnet 22,5 Milliarden Euro.

Die hilfstätigen Organisationen und die privaten Haushalte gaben etwa 3,4 Prozent mehr aus als im Jahr 2005. Das entspricht Mehrausgaben in Höhe von 33,3 Milliarden Euro.

Überdurchschnittliche Ausgabensteigerungen gab es für ärztliche Leistungen, welche um 3,2 Prozent angestiegen wären. Dagegen hätten die Kosten für Medikamente, Hilfsmittel oder Material nur um 2 Prozent zugenommen. In der ambulanten Versorgung waren vom Ausgabevolumen (48,4 Prozent oder 118,6 Milliarden Euro) her betrachtet, die Arztpraxen (36,4 Milliarden Euro) und die Apotheken (34,7 Milliarden Euro) die bedeutendsten Posten. An dritter Stelle stehen die Zahnarztpraxen mit einem Ausgabenanteil von 15,8 Milliarden Euro.

Dagegen wurden im (teil-)stationären Bereich 90,1 Milliarden Euro mehr aufgewendet, das entspricht 2,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005. Daraus ergibt sich ein Anteil an den gesamten Ausgaben von 36,8 Prozent. Zu den (teil-)stationären Einrichtungen gehören Krankenhäuser (63,9 Milliarden Euro) und die Einrichtungen der (teil-)stationären Pflege (18,8 Milliarden Euro). Aber auch Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, welche mit 7,4 Milliarden Euro an den Ausgaben beteiligt waren.

Serviceparadies Deutschland: Apotheken beste Dienstleister

Mai 5, 2008 von gesundheitundpflege

Die Bundesbürger fühlen sich in vielen deutschen Geschäften gut behandelt. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach lobt sogar die „blühenden Servicelandschaften“, so die Onlineausgabe des Magazins Spiegel. Die einzigen Negativ-Ausnahmen sind die Telekom und die Bahn.

Die Deutschen fühlen sich hauptsächlich in Apotheken, beim Friseur und in Bäckereien gut beraten. In der vom Institut Allensbach erhobenen Befragung verbesserten sich besonders stark der Service in Hotels und Restaurants, aber auch im Buchhandel und Taxigewerbe. Nach Angaben des Instituts würde der bisher oft verwendete Begriff der „Servicewüste“ für Deutschland nicht mehr passen.

Die Spitzenposition belegen die Apotheken. Vier von fünf Befragten sprachen sich für einen guten Service aus, dagegen fanden ihn fünf Prozent schlecht. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Friseure und Mitarbeiter von Bäckereien. Negativ wurde die Servicequalität der Bahn beurteilt. Die Befragten bescheinigten dem Unternehmen mit 53 Prozent einen schlechten Service. Im Jahr 2002 waren es hingegen nur 47 Prozent gewesen.

Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch für die Bahn: Immerhin fühlen sich 19 Prozent der Befragten von Bahn-Mitarbeitern gut behandelt, 2002 waren es bloß 16 Prozent gewesen.

Der Umfrage zufolge ist die Telekom absolutes Service-Schlusslicht: Wobei die Anzahl der unzufriedenen Kunden von 47 auf 58 Prozent zunahm, die Anzahl der Zufriedenen von 22 auf 19 Prozent zurückging. Für die Studie wurden im April 929 Menschen ab 16 Jahre vom Institut für Demoskopie in Allensbach nach ihrem Urteil über 21 Dienstleistungsbereiche befragt.

Diabetes-Erkrankungen bei Kindern nehmen zu

April 30, 2008 von gesundheitundpflege

Bisher war der Diabetes mellitus eine Krankheit an der vermehrt ältere Menschen leiden. Aber bereits seit einigen Jahren, nimmt die Zuckerkrankheit verstärkt auch unter Kindern und Jugendlichen zu. In Deutschland leben cirka sechs Millionen Diabetiker – davon sind etwa 200.000 Bürger Typ 1 Diabetiker. Nach Schätzungen erkranken jedes Jahr rund 20.000 erneut an dieser Stoffwechselerkrankung.

Durch einen absoluten Mangel am Hormon Insulin, wird der Typ1 Diabetes ausgelöst. Daher heißt dieser Diabetestyp auch insulinabhängiger Diabetes mellitus. In den meisten Fällen tritt diese Erkrankung bereits im Kindes- und Jugendalter auf, aber auch im Erwachsenenalter kann sich der Diabetes Typ 1 noch entwickeln.

Alle Zellen im menschlichen Körper brauchen das Hormon Insulin, um Zucker aus der Blutbahn aufnehmen zu können. In jeder Körperzelle wird der Zucker in Energie umgewandelt.

Der Diabetes Typ 1 gilt als Autoimmunkrankheit, bei der insulinproduzierende Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Abwehrstoffe zerstört werden. Die Zerstörung der Zellen ist ein Prozess, welcher über viele Jahre andauert. Deshalb lassen sich bei einigen Menschen bereits einige Jahre vor dem Ausbruch der Erkrankung Antikörper gegen die Beta-Zellen im Blut nachweisen.

Die Ursache für die Entwicklung eines Diabetes mellitus (Typ 1) ist bis heute aber überwiegend noch unbekannt. Mediziner vermuten jedoch, dass einige Bakterien oder Viren den Bauchspeicheldrüsenzellen sehr ähnlich sind, so dass der Körper nicht nur die Erreger bekämpft, sondern gleichzeitig auch die eigenen Zellen. Die Ursachenforschung schließt dabei aber viele Faktoren mit ein. Dazu gehören zum Beispiel die ethnische Herkunft, genetische Veranlagung, Viruserkrankungen, Ernährungs- und Umweltfaktoren sowie autoimmunologische Prozesse. Fest steht aber, dass die Erkrankung nahezu ohne Beschwerden beginnt.

Symptome treten erst dann auf, wenn nur noch 15 Prozent der Beta-Zellen arbeiten. Dann haben die Kinder meist sehr starken Durst, müssen oft Wasserlassen, verlieren an Gewicht, sind anfälliger für Infektionen und leiden häufig unter einer verminderten Leistungsfähigkeit sowie einem Schwächegefühl. Beim Auftreten dieser eindeutigen Anzeichen ist sofort der Arzt aufzusuchen, da ohne ärztliche Hilfe Bewusstlosigkeit und Koma drohen.

Aber trotz aller unmissverständlichen Symptome gehen einige Eltern von einem Harnwegsinfekt oder Nierenproblemen aus. Dabei bringt eine einzige Blutzuckermessung Klarheit.

Zu Beginn der Erkrankung zeigen Kinder oft nur schwache Symptome. Dies ist aber der richtige Zeitpunkt, um mit der erforderlichen Insulintherapie zu beginnen. Wichtig ist die praktische Vermittlung von Abläufen, sowohl für das Kind, als auch für die Eltern. Dazu gehören: die Messung des Blutzuckers, Einschätzung der Werte, Berechnung des Kohlenhydratgehalts von Mahlzeiten und die Bestimmung der richtigen Insulinmenge. Das unangenehmste ist die subkutane (unter die Haut) Injektion des Insulins, wobei bereits nach kurzer Zeit auch dies ohne Probleme bewältigt wird.

Damit Kinder ihre Diabetes-Erkrankung positiv erleben, empfiehlt sich der Kontakt zu anderen Eltern. Neben der medizinischen Betreuung, ist dies ein wichtiger Bestandteil, zur Optimierung des Umgangs mit Diabetes, zur (indirekten) langfristigen guten Einstellung des Blutzuckers und zur Besserung der Lebensqualität des Kindes.

Hautkrebsvorsorge ab Juli Kassenleistung/ Sonnenbrand vermeiden

April 25, 2008 von gesundheitundpflege

Die warmen Tage haben begonnen, die Liegestühle für ein Sonnenbad sind wieder entstaubt und der Urlaub für den Sommer ist bereits geplant. Viele genießen die warmen Strahlen der Sonne, ohne dabei an den Schutz ihrer Haut zu denken. Und beachten nicht, das der Hautkrebs eine sehr ernstzunehmende Erkrankung ist, die am schnellsten zunimmt. Hautärzte und Forscher rechnen sogar mit einem drastischen Anstieg der Erkrankungsrate für die kommenden Jahre. Auch wenn das Melanom sehr gefährlich ist, kann es rechtzeitig erkannt, gut behandelt werden. Dies haben jetzt auch die gesetzlichen Krankenkassen erkannt.

Ab 01. Juli 2008 übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten für eine Hautkrebsvorsorge. Dabei hat jeder Versicherte ab dem 35sten Lebensjahr alle 2 Jahre Anspruch auf eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung. Bisher musste ein Hautkrebs-Screening von den Versicherten aus eigener Tasche bezahlt werden, da diese Untersuchung als individuelle Gesundheitsleistung eingestuft wurde. Dabei sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Der wohl wichtigste Risikofaktor für die Hautkrebsentstehung ist die überhöhte Sonnenbestrahlung. In Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass Erwachsene mit einer Hautkrebserkrankung als (Klein)Kind vermehrt der Sonne ausgesetzt waren. Dies ist umso dramatischer, da aufgrund der empfindlichen Kinderhaut, bereits ein starker Sonnenbrand als Auslöser für einen Hautkrebs im Erwachsenenalter ausreichen könnte.

Oft kann schon ein kurzes Sonnenbad, besonders bei gefährdeten Menschen, einen Sonnenbrand auslösen. Sicher ist auch, das nicht jede Hautrötung und jeder Sonnenbrand zwangsläufig einen Hautkrebs hervorruft. Aber jede übermäßige UV-Bestrahlung kann die Hautzellstruktur negativ verändern. Treten diese Schädigungen vermehrt auf, erhöht sich gleichzeitig das Risiko, mit zunehmendem Lebensalter an Hautkrebs zu erkranken.

Daher sollten (gefährdete) Erwachsene und Kinder sich nicht ungeschützt der Sonne aussetzen. Häufig reichen schon wenige Vorsichtsmaßnahmen aus, um sich und das Kind fast vollständig vor den gefährlichen Seiten der Sonne zu schützen.

Da die Ursache für den Hautkrebs meist eine zu ausgiebige Sonnenbestrahlung ist, sollte zur Vorbeugung, die direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Der einfachste und effektivste Schutz vor intensiver Sonne wird durch Kleidung (incl. Kopfbedeckung) und Schatten gewährleistet. Dabei sollte die Sonne besonders in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr gemieden werden. Aber auch in der restlichen Zeit ist es notwendig, unbedeckte Hautareale mit Sonnenschutzmitteln zu schützen. Dabei ist der Sonnenschutzfaktor abhängig vom Hauttyp und der Sonnenzeit. Besteht Unsicherheit darüber, welcher Hauttyp vorliegt, sollte der Hautarzt aufgesucht werden. Grundsätzlich ist es notwendig, immer ein Sonnenschutzprodukt zu verwenden, das sowohl vor UV-B-Strahlung als auch vor UV-A-Strahlung schützt.

Dabei ist es erforderlich den Sonnenschutz mehrmals am Tag zu erneuern. Das Eincremen sollte cirka 30 Minuten vor dem Sonnenbad erfolgen. Es gilt jedoch zu beachten, das Nachcremen die Schutzwirkung nicht verlängert. Wenn möglich, wasserfeste Lichtschutzprodukte verwenden. Nach jedem Abtrocknen am Strand oder Pool, muss die Haut erneut eingecremt werden. Ebenso sind die Augen durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter zu schützen.

Generell gilt: Kinder bis zu ihrem dritten Lebensjahr niemals der prallen Sonne aussetzen! Der natürliche Eigenschutz der Haut gegen UV – Strahlen ist noch nicht vollständig entwickelt. Beim Spielen im Freien immer im Schatten aufhalten. Bei Säuglingen empfiehlt es sich, einen kleinen Schirm am Kinderwagen zu befestigen. Die Haut des Kindes sollte in den ersten 12 Monaten nicht unnötig mit Sonnenschutzmitteln belastet werden. Zum Schutz vor Sonnenbrand eignet sich sonnengerechte Kleidung und eine dünne Babydecke aus festem UV – undurchlässigem Stoff. Ebenso ist der Kopf des Kindes zu bedecken. Eine Kopfbedeckung verhindert nicht nur den Sonnenbrand am Kopf, er schützt darüber hinaus auch vor einem Sonnenstich.

Nach dem Urlaub am Meer oder spätestens am Ende des Sommers, blicken viele Menschen wehmütig auf die vermeintlich schönste Zeit im Jahr zurück. Einige Urlauber bringen aber außer Andenken auch gesundheitliche Probleme mit. Gerade lange Sonnenbäder brennen sich tief in die Haut ein. Eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung schafft Klarheit.

Weitere Informationen zur Hautkrebsfrüherkennung und zum richtigen Umgang mit der Sonne bietet die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Auch der Verein zur Bekämpfung des Hautkrebses e.V. (www.hautkrebs.de) bietet umfangreiche Hinweise.

Gesetzlich Versicherte müssen mal wieder in den sauren Apfel beißen

April 16, 2008 von gesundheitundpflege

Jetzt ist es endgültig raus, die Gesundheit ist ein teures Gut. Dies zeigt sich vor allem in den Diskussionen der letzten Wochen, die sehr intensiv geführt werden. Dabei gelangte man endlich zu der Erkenntnis und das ganz offiziell, dass es die „Zwei-Klassen-Medizin“ tatsächlich in Deutschland gibt. Also, herzlich willkommen im Land der Dichter und Denker und in einem Land, in der die gesetzlich Versicherten nur noch die zweite Geige spielen.

Der Ärger vieler Patienten ist nachzuvollziehen, die Wartezeit auf einen Termin ist oft unverständlich lang. Aber wer ist für die Miesere verantwortlich? Eines steht auf jeden Fall fest, Ärzte bekommen für die Behandlung gesetzlich Versicherter weniger Geld, als für privat Versicherte. Jetzt könnte man zu dem Entschluss kommen, das es Ärzten vermehrt um das Streben nach Gewinn gehe und nicht mehr um die Gesunderhaltung ihrer Patienten. Aber ist es so einfach zu erklären? Es ist zu mindest schwer vorstellbar. Zumal auch Ärzte an die Vorgaben der Politik (Honorartopf) gebunden sind.

Die Diskussionen gehen aber noch weiter. Einige Gesundheitsexperten befürchten sogar, dass im Zuge der Gesundheitsreform den gesetzlich Versicherten der Zugang zu innovativen Behandlungen und Medikamenten verwehrt werden könnte. Im Zuge dessen haben sie in einer mehrseitigen Stellungnahme an das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) auf die Missstände aufmerksam gemacht.

An der Festlegung, welche Arzneimittel und Behandlungsmaßnahmen von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt oder nicht bezahlt werden, ist das Institut im hohen Maße beteiligt. Nach der Gesundheitsreform ist das IQWIG auch dafür verantwortlich, inwieweit die Kosten, welche durch die Entwicklung neuer Arzneimittel entstehen, im richtigen Verhältnis zu dem Nutzen stehen, den die Produkte den Patienten bringen.

Natürlich sind Kosten- und Nutzenbewertungen erforderlich, da die Unternehmen der Pharmaindustrie nicht mit falschen bzw. teuren Vorgaben für Innovationen ihre Gewinne steigern sollen. Schließlich würde dies wiederum auf den Schultern der Beitragszahler liegen bleiben. Aber über die Art und Weise wie Kosten und Nutzen bewertet werden, muss Klarheit bestehen. Dies scheint noch ein Punkt zu sein, welcher geklärt werden sollte. Ein sehr heikles Thema, da hier Fragen beantwortet werden müssen, welche die Gesundheit des Patienten zum Inhalt haben. Also, wie teuer darf Gesundheit sein? Damit eingeschlossen ist auch oder natürlich die „Qualität des Lebens“. Aber wer darf über die Lebensqualität entscheiden?

Die Befürchtung liegt nahe, dass es dabei nur noch um die Senkung der Kosten geht und viel weniger um die Gesundheit sowie Lebensqualität des Patienten. Jetzt ist diese Entwicklung schon deutlich zu spüren, viele gesetzliche Krankenkassen haben ihren Leistungskatalog radikal gekürzt.

Je nachdem ob die Gesundheitsexperten mit ihrer Stellungnahme beim Institut gehör finden, wird sich in Zukunft wohl entscheiden, ob Arzneimittel und Therapiemaßnahmen bezahlt werden oder ob dies dem Zufall überlassen bleibt. Die Politik müsste an dieser Stelle mit einer „verbesserten“ Gesundheitsreform ein Zeichen setzen.

Masern in Deutschland auf dem Vormarsch

April 9, 2008 von gesundheitundpflege

Masern werden heute immer noch von einigen als harmlose Kinderkrankheit abgetan. Die so genannten „Masernpartys“, bei denen das Virus absichtlich weiterverbreitet wird, haben nicht an Präsenz verloren. Aber eine Masernerkrankung ist eine akute Infektionskrankheit.

Die Zahlen belegen das: Jedes Jahr sterben auf der ganzen Welt cirka 240.000 Kindern an Masern. In den westlichen Industrieländern führen die Masern bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen (z.B. Lungen- oder Mittelohrentzündungen, Gehirnentzündung, etc.). Dabei kann eine Gehirnentzündung zu Behinderungen und zum Tod führen.

Seit Beginn des Jahres sind beispielsweise in der Schweiz schon mehr als 1.000 Menschen, darunter viele Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren, an Masern erkrankt. Inzwischen hat sich die Epidemie auch auf Deutschland ausgeweitet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben sich von Januar bis Mitte März 2008 bereits 103 Menschen infiziert. In Bayern leiden 35 Kinder an einer Masernerkrankung.

Auch wenn die Durchimpfungsrate in Deutschland mit rund 94 Prozent bei der ersten Impfung und rund 83 Prozent bei der zweiten Impfung recht hoch ist, kann die Erkrankungsrate weiter ansteigen, gerade in den ländlichen Regionen.

Gerade in diesen Regionen argumentierten einige Impfgegner damit, dass die Kinder diese Erkrankung durchmachen sollten, weil sie dadurch gegen eine erneute Erkrankung geschützt würden. Gleichzeitig weisen sie auf mögliche Impfkomplikationen hin. Aber sind die Komplikationen bei einer Masernerkrankung nicht wesentlich höher, als durch eine Impfung?

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin empfiehlt für Kinder ab dem 11. Lebensmonat eine zweimalige Impfung gegen Masern. Dazu wird in Deutschland eine Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken von den Krankenkassen erstattet.

Natürlich gilt! Der Nutzen und das Risiko vor einer Impfung sollte stets mit dem Arzt besprochen werden, aber nur dieser kann genaue Auskunft über mögliche Komplikationen geben.

Klimawandel erhöht Infektionsgefahr

April 7, 2008 von gesundheitundpflege

Den Klimawandel gibt es, das ist nichts Neues. Was aber viele unterschätzen, ist der Einfluss des veränderten Klimas auf die Gesundheit jedes Einzelnen. Mit großer Wahrscheinlichkeit verstärkt der Klimawandel die Infektionsgefahren in Deutschland.

Dabei ist die Anzahl der importierten Infektionen jetzt schon hoch. Jedes Jahr treten hierzulande zwischen 600 bis 1.000 importierte Malariafälle auf. Darüber hinaus werden zunehmend Infektionen durch Dengue-Viren und durch Leishmanien beobachtet.

Aber auch das aus Asien stammende Chikungunya-Virus ist auf dem Vormarsch. Dieser Erreger wird durch die Aedes–Mücken (z.B. Asiatische Tigermücke) übertragen. So kam es im letzten Jahr in Italien zu einem ersten Chikungunya-Ausbruch. Dagegen wurden im Jahr 2007 in Deutschland rund 2.000 gemeldete Hantavirus-Fälle gemeldet.

Aber auch Infektionserkrankungen die durch heimische Zecken übertragen werden, wie zum Beispiel die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) und Borrelia-Infektionen (Lyme-Krankheit), treten verstärkt auf. Dabei haben sich die Risikogebiete in den letzten zehn Jahren etwa 100 Kilometer nach Norden verschoben.

Der Klimawandel kann als Ursache für die Vermehrung des Erregerreservoirs somit nicht mehr ausgeschlossen werden. Es muss damit gerechnet werden, dass auch weitere Erregertypen aus Afrika oder Asien in Mitteleuropa verstärkt auftreten.

Auch wenn die Zusammenhänge zwischen dem gehäuften Auftreten alter und neuer Infektionskrankheiten und dem Klimawandel noch nicht eindeutig geklärt sind, wird es trotzdem notwendig sein, sich auf diesen Trend einzustellen.

Frühjahrsmüdigkeit Ade!

April 2, 2008 von gesundheitundpflege

Gerade jetzt, wo die Tage länger und die Nächte kürzer werden, kennt sie nahezu jeder: die Frühjahrsmüdigkeit. Durch den ständigen Wechsel von Kalt auf Warm, gerät der Kreislauf aus dem Gleichgewicht und man fühlt sich müde, abgespannt und matt. Aber auch verstärkte Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit und Schwindelgefühle können auftreten. Zur Überwindung der persönlichen saisonalen Schlappheit, hier einige nützliche Tipps:

• (Kleine) Umstellung der Essensgewohnheiten. Die Mahlzeiten sollten vitaminreich und kalorienarm sein, mit zum Beispiel viel Obst, Salat, Quark und Vollkornbrot. Ein eiweißhaltiges Frühstück weckt zudem die Lebensgeister. Am Tag viel Mineralwasser und vor dem Zubettgehen einen beruhigen Kräutertee trinken.

• Am Tag sollten die ersten Sonnenstrahlen als Energiequelle genutzt werden. Die Mittagspause im Freien zu verbringen oder am Wochenende einen kleinen Spaziergang zu unternehmen, wirkt sich positiv auf das Gemüt und den Körper aus. Durch die Sonne wird der Körper außerdem zur Produktion von Hormonen und Vitamin D angeregt. Dieses Vitamin ist wichtig für das Immunsystem und sorgt für stabile Knochen.

• Durch Wechselduschen die Abwehrkräfte stärken. Dabei immer zum Herzen hin, also bei den Beinen beginnen und an den Schultern enden. Am Morgen nach der warmen Dusche 6 Sekunden lang kaltes Wasser erst über das rechte und dann über das linke Bein gießen. Dabei seitlich nach oben und anschließend mittig nach unten. Danach der rechte Arm und die Schulter, gefolgt vom linken Arm und die Schulter. Zum Schluss gut abtrocknen.

• Genügend Schlaf von mindestens 7 bis 8 Stunden. Der Körper benötigt den Schlaf um sich zu regenerieren und um in der Nacht Melatonin zu bilden.

• Die Haut benötigt eine intensive, feuchtigkeitshaltige Pflege. Dadurch kann sie sich vom regelmäßigen Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und nasskalter Witterung erholen.

• Bewegung in der Freizeit (z.B. Joggen, Walken, Radfahren) hilft, zum Beispiel Stresshormone abzubauen.

• Zur Aufhellung der Stimmung, sollte der Alltag abwechslungsreich gestaltet werden.

Klingt alles ein wenig esoterisch, aber wenn es hilft, warum nicht.

Viele, kleine Schritte für die Gesundheit

März 31, 2008 von gesundheitundpflege

Eigentlich haben wir es doch schon lange gewusst: Mangelnde Bewegung erhöht schon nach kurzer Zeit das Risiko für chronische Erkrankungen. Jetzt wurde dies auch in einer Studie aus Dänemark bestätigt. In dieser sollten junge Männer die Anzahl ihrer täglichen Schritte stark verringern. Legten sie vorher bis zu 10.000 Schritte am Tag zurück, reduzierten sie deren Zahl auf rund 1.400 Schritte.

Bereits nach zwei Wochen setzten die „jungen“ Männer vermehrt Fett am Bauch an. Darüber hinaus erhöhte sich der Zucker- und Fettspiegel im Blut. Was wiederum dazu führt, dass der Körper mehr Zeit benötigt, um die Stoffe abzubauen. Bei längerfristiger Bewegungsarmut kann es dann zu Herzproblemen, Diabetes und weiteren chronischen Erkrankungen kommen.

Fazit: Jeder kann was für seine Gesundheit tun, man muss es nur wollen. Also, Auto stehen lassen und die 300 Meter zum Bäcker zu Fuß bewältigen.

Kindergesundheit in Deutschland nur Durchschnitt

März 25, 2008 von gesundheitundpflege

Laut einer Studie des Kinderhilfswerkes Unicef leben die deutschen Kinder unter schlimmeren Verhältnissen, als in unserem Nachbarland Frankreich oder Skandinavien. Dabei erreichte Deutschland von insgesamt 21 untersuchten Industrieländern, nur den 11 Platz.

Die Studie belegt die schlechte Kindergesundheit mit dramatischen Zahlen. Bei der Säuglingssterblichkeit liege mit 4,2 Totgeburten auf 1000 Lebendgeburten in einem Jahr, Deutschland noch hinter Tschechien oder Polen. Nahezu 7 Prozent aller Neugeborenen verfügen über ein Geburtsgewicht von weniger als 2500 Gramm. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich sogar nur auf Platz 14.

Ein hoch entwickeltes, wenn nicht sogar das mit am höchsten entwickelte Land der Erde, mit einem (vermeidlich) funktionierenden Gesundheitssystem, vernachlässigt seine Kinder. Für Babys und Kleinkinder sind Vorsorgeuntersuchungen vorgegeben, mehr als 90 Prozent der Kinder sind durchgeimpft. Aber trotzdem fällt Deutschland hinter Ländern wie den USA zurück, deren Krankenversicherungssystem noch nicht einmal annährend unserem gleicht. Das ist beängstigend.

Das Kinderhilfswerk sieht die Gründe für diese Negativentwicklung vor allem im steigendem Alkoholkonsum, dem sorglosen Umgang mit der Lust, verstärktem Rauchen und der Vermeidung von körperlicher Aktivität der Kinder.

Es ist schwer sich dazu noch zu äußern, weil mit diesen Zahlen wirklich niemand rechnen konnte. Oder haben wir unsere Augen so sehr davor verschlossen, dass wir die Wahrheit nicht sehen konnten oder wollten? Mit Sicherheit ein Thema, was zum Nach- und vor allem zum Umdenken anregen wird.

P.S.: Die Studie „Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland“ soll im April offiziell vorgestellt werden.