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Schwangerschaftsdiabetes: Hohe Blutzuckerwerte schaden dem Baby

Mai 13, 2008

Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Blutzuckerwerte haben, gefährden das Baby. Gemeint sind hauptsächlich Geburtskomplikationen. Die Babys diabeteskranker Schwangere sind oft besonders schwer und groß. Damit verbunden ist die Gefahr, dass der Säugling den Geburtskanal nicht durchdringen kann. Daher muss bei vielen Frauen ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Aber nicht nur Schwangere mit Diabetes haben oft schwierige Geburten. Mit ähnlichen Komplikationen müssen auch Frauen rechnen, deren Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft stets am oberen Ende des Normalbereichs liegen. Darüber hinaus weisen werdende Mütter mit einem hohen, aber nicht krankhaften Blutzuckerspiegel meist noch andere Risikofaktoren auf, welche zu Schwierigkeiten bei der Geburt führen können. Dazu gehören: höheres Lebensalter, Übergewicht, hoher Blutdruck. Wissenschaftlern des National Institute of Health (NIH) -Sitz in Bethesda (Maryland, USA)- ist es nun gelungen, in einer längerfristig angelegten Studie mit 23000 Schwangeren, den Zuckerwert als selbständigen Faktor für Risken während der Geburt nachzuweisen.

Da die Wissenschaftler in der Studie jedoch nicht belegen konnten, ab welchem Bereich das diabetesähnliche Risiko beginnt, wurde kein Vorschlag für geeignete Blutzuckerwerte veröffentlicht. Fest steht aber, dass das Risiko allmählich größer wird, je mehr der Blutzuckerspiegel an dem Bereich eines Diabetes herankommt. Zur Information: Der Nüchternblutzuckerwert beträgt bei einem Gesunden zwischen 3,3 mmol/l (60 mg/dl) und 5,6 mmol/l (100 mg/dl), grenzwertig sind Nüchternwerte zwischen 5,6 mmol/l (100 mg/dl) und 6,7 mmol/l (120 mg/dl), alle Werte über 6,7 mmol/l (120 mg/dl) werden als diabetische Blutzuckerwerte bezeichnet.

Das National Institute of Health führt in diesem Zusammenhang weitere Studien durch, woraus Regeln hervorgehen sollen, wie dem unbekannten Risiko durch hohe Blutzuckerwerte begegnet werden kann. Bis aber die Ergebnisse vorliegen, wird jeder schwangeren Frau geraten, sich auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) testen zu lassen.

Der Blutzucker steigt bei einigen Frauen in der Schwangerschaft leicht an. In den meisten Fällen beginnt der Anstieg aber erst nach der 20. Schwangerschaftswoche. Das ist auch der Grund, warum der Schwangerschaftsdiabetes häufig erst nach diesem Zeitpunkt festgestellt wird. Ob ein Gestationsdiabetes vorliegt, lässt sich durch die Messung des aktuellen Blutzuckers oder einen Glukosetoleranztest feststellen.

Ein Suchtest (Screening) zeigt an wie hoch der Zuckergehalt im Blut ist. Dabei wird der Frau eine Glukoselösung mit 50 Gramm Glukose (Traubenzucker/ Dextrose) verabreicht. Nach 60 Minuten wird der Blutzuckerwert bestimmt. Liegt dieser über 7,8 mmol/l (140 mg/dl), ist das ein Anzeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes.

In diesem Fall sollte ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukose-Toleranztest/ oGTT) durchgeführt werden. Hierbei wird eine Zuckerlösung von 75 Gramm Glukose auf nüchternen Magen geschluckt. Der Arzt bestimmt dann innerhalb eines bestimmten Zeitraumes mehrfach den Blutzuckerwert. Dieser Test gibt Aufschluss darüber, inwieweit der Köper fähig ist, die Glukose in einem festgelegten Zeitrahmen abzubauen. Bei grenzwertigen Untersuchungsergebnissen, sollte der Zuckerbelastungstest nach drei bis vier Wochen wiederholt werden.

Es ist ratsam bei jeder Schwangeren in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche ein Suchtest (Zuckerbelastungstest) durchzuführen. Beim Vorliegen eines erhöhten Risikos, sollte der Test schon in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft erfolgen. Auch wenn der Befund negativ ausfällt, ist es empfehlenswert den Test zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche zu wiederholen.

Darüber hinaus besitzen Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes im Vergleich zu Schwangeren mit normaler Glukosetoleranz ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte und Bluthochdruck.

Zur Behandlung des Gestationsdiabetes genügt in vielen Fällen eine Umstellung der Ernährung und Bewegung. Ein Teil (cirka 15 Prozent) der betroffenen Frauen müssen außerdem mit Insulin therapiert werden.

Auch wenn 97 Prozent der Kinder gesund zur Welt kommen, ist es wichtig, während der Schwangerschaft regelmäßig den Frauenarzt aufzusuchen und alle Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. In den Mutterschaftsrichtlinien ist genau festgehalten, auf welche Vorsorgeuntersuchungen schwangere Frauen Anspruch haben.

Einen Erfahrungsbericht über zu hohe Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft gibt es hier.