Die Zukunft der Gesundheit: Bürger wünschen mehr Mitbestimmung

By gesundheitundpflege

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zu „Strategien der Anbieter im deutschen Gesundheitssystem und deren Akzeptanz in der Bevölkerung“, wollen die Deutschen ein anderes Gesundheitssystem. Die Bevölkerung wünscht sich von den Krankenversicherungen und Leistungserbringern eine Erweiterung ihrer Angebote, z.B. durch Präventionsmaßnahmen oder Zusatzleistungen für Selbstzahler.

In Kurzform nachfolgend die Ergebnisse:

• 93 Prozent der Bürger würden vom normalen Angebot abweichen und sich individuelle Leistungen wünschen, für die sie bei Bedarf auch bereit sind, mehr zu zahlen.

• 83 Prozent wünschen eine stärkere Unterstützung von Präventionsmaßnahmen.

• Ein Großteil möchte bei der Gesundheitsversorgung individuelle Mitbestimmung. Am ehesten würden die Deutschen einer Steuerung bei Arzneimitteln zustimmen.

• 83 Prozent sind der Auffassung, dass der Gesetzgeber finanzielle Anreize zur Senkung der Gesamtkosten im Gesundheitssystem schaffen sollte.

• 81 Prozent können es sich vorstellen, Präventionspakete in Arztpraxen wahrzunehmen.

• 61 Prozent meinen, dass eine Verknüpfung der Krankenkassenbeiträge an eine gesunde Lebensweise sinnvoll wäre.

• 60 Prozent würden Gesundheits-Checks und Vorsorgeuntersuchungen selbst bezahlen.

• Die meisten wünschen sich von ihrer Krankenkasse, dass sie in Zukunft neben der Bezahlung der medizinischen Versorgung, die Versicherten auch in Gesundheitsfragen berät und geeignete Behandlungsmöglichkeiten bzw. Therapieansätze findet.

An der Befragung nahmen 1.000 Erwachsene teil. Die Ergebnisse zeigen, so Berger, dass die Deutschen den Weg von Leistungsempfängern zu aktiv handelnden Kunden beschreiten wollen. Die Kunden wollen Differenzierung.

Dabei verändert sich das Gesundheitswesen kontinuierlich in einen Markt mit erhöhter Transparenz, durch Mündigkeit der Bürger und unternehmerisches Handeln der Leistungsanbieter, so die Autoren der Studie. Der privat finanzierte zweite Gesundheitsmarkt wächst stetig weiter – im Jahr 2008 bisher auf etwa 64 Milliarden Euro. Diese Zahl verdeutlicht, das der zweite Markt über einen großen Anteil an Präventionsleistungen verfügt und dazu beiträgt, das Gesundheitssystem finanziell zu entlasten.

Viele Experten fordern schon lange, dass mehr Wettbewerb dem System gut tun würde. Zumal die Versicherten, welche aktiv etwas für ihre Gesundheit tun, vom deutschen Gesundheitssystem kaum belohnt werden. Aus diesem Grund unterstützen sie, zum Beispiel die Einführung von Wahltarifen bei den Krankenkassen und eine prozentuale Eigenbeteiligung der Bürger an der Gesundheitsvorsorge.

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