In den ersten 6 Monaten dieses Jahres haben nahezu 50 Prozent aller gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge erhöht. Davon betroffen sind 17,5 Millionen Versicherte. Die Kassen begründeten die Anhebung ihrer Beitragssätze häufig mit den gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem. Andere Krankenkassen erhoffen sich dadurch ein besseres Finanzpolster für die Zeit nach der Einführung des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009.
Ausgewählte Kassen, die ihre Beitragssätze im ersten Halbjahr erhöhten:
• Continentale BKK auf 14,5 Prozent (Erhöhung um 1,4 Prozent.)
• Bahn BKK auf 14,3 Prozent (Erhöhung um 1,3 Prozent.)
• Techniker Krankenkasse auf 13,8 Prozent (Erhöhung um 0,3 Punkte.)
• Gmünder Ersatzkasse GEK auf 14,3 Prozent (Erhöhung um 0,7 Prozent.)
• Taunus BKK auf 14,5 Prozent (Erhöhung um 0,7 Prozent.)
• IKK-Direkt auf 12,4 Prozent (Erhöhung um 0,4 Prozent.)
• BKK Mobil Oil auf 13,3 Prozent (Erhöhung um 0,4 Prozent.)
• Die teuerste Krankenkasse ist zurzeit die City-BKK mit 16,5 Prozent (Erhöhung um 0,5 Prozent.)
Aufgrund der teilweisen drastischen Beitragssatzerhöhungen erreichte das Preisniveau bei den gesetzlichen Krankenkassen einen neuen Rekordstand.
Es gibt aber auch Kassen, die ihre Beiträge nicht dem Trend folgend erhöht, sondern gesenkt haben. Bei folgenden gesetzlichen Krankenkassen, zahlen die Versicherten zum Beispiel geringere Beiträge:
• AOK Plus (Fusion aus AOK Thüringen und AOK Sachsen) mit einem Beitragssatz von 12,9 Prozent. (Senkung um 0,7 Prozent.)
• BKK Autoclub mit einem Beitragssatz von 13,4 Prozent. (Senkung um 0,5 Prozent.)
• Die günstigste offene Krankenkasse ist momentan die IKK-Sachsen mit 11,8 Prozent.
Diese Angaben beruhen auf einer Analyse von 205 gesetzlichen Krankenkassen, die von Krankenkassen.de befragt wurden.
Insgesamt erhöhten 95 von 205 Kassen von Januar bis Juli dieses Jahres ihre Beitragssätze. Mit den jüngsten Erhöhungen nähern sich viele Krankenkassen dem Betrag von 15,5 Prozent an, den Experten für den Gesundheitsfonds ankündigen. Der endgültige Beitragssatz für den Gesundheitsfonds, wird aber erst am 1. November dieses Jahres festgelegt.
Mit dem Start des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009, fließen dann alle gezahlten Beiträge in einen Topf. Aus diesem erhalten die Kassen für jeden Versicherten einen Pauschalbetrag. Gesetzliche Krankenkassen mit vielen alten und kranken Mitgliedern, sollen zudem Geld von den anderen Kassen bekommen. Benötigt eine Kasse mehr Geld als vorgesehen, kann sie von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen. Um die Versicherten nicht zu überfordern, darf maximal ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens als zusätzlicher Beitrag erhoben werden. Bei Erhebung von Zusatzbeiträgen ist ein Wechsel der Krankenkasse möglich. Dagegen kann eine Kasse ihren Mitgliedern finanzielle Vergünstigungen oder eine Prämienauszahlung gewähren, wenn sie mit den Beiträgen gut wirtschaftet.
Eine alphabetisch sortierte Liste aller Krankenkassen, die 2008 ihre Beiträge erhöht haben, gibt es hier.