Nichtraucher werden: Drohen zusätzliche Kilos?

By gesundheitundpflege

Viele Menschen möchten mit dem Rauchen aufhören, befürchten aber, an Gewicht zuzunehmen. Wie der Stern Online berichtet, wurden diesbezüglich wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, in denen der Sachverhalt bestätigt wird. Die Daten einer amerikanischen Studie sind aber mit Vorsicht zu betrachten, da Männer und Frauen nach dem Rauchstopp zwar etwa 5 Kilo zugenommen haben, dies aber in einem Zeitraum von 10 Jahren. Es ist aber auch ganz normal, dass mit höherem Alter das Körpergewicht steigt. Zumal in diesem Zusammenhang bestätigt wurde, dass auch Nichtraucher und Raucher in diesem Zeitraum an Gewicht zugelegt haben, wenn auch nicht so viel. So ließen sich nur 25 Prozent der zugenommenen Kilos tatsächlich dem Rauchstopp zuordnen.

Dies ist aber kein Freifahrtsschein, da es zumindest am Anfang des Nichtraucherdaseins durchaus zu einer Gewichtszunahme kommen kann. (Neue) Nichtraucher legen in dieser Phase nicht einen, sondern gleich mehrere Kilos zu. Im Durchschnitt sind das bei Männern bis zu vier Kilo und bei Frauen bis fünf Kilo, und manchmal auch mehr. Der Grund: Rauchen steigert den Energieverbrauch. Da der Körper durch das Nikotin und die Freisetzung des Botenstoffes Adrenalin förmlich unter Strom steht, läuft diesbezüglich auch der Stoffwechsel auf Hochtouren. So verbrennen Raucher bis zu 200 Kalorien mehr am Tag, als Nichtraucher. Aber auch als Ex-Raucher können die 200 Kalorien schnell verbraucht werden. Dafür genügt schon ein Spaziergang oder eine kleine Fahrradtour von 30 Minuten.

Ein anderer Grund, warum Menschen zu Beginn ihrer Nichtraucherzeit an Körpergewicht zunehmen, ist die zurückkehrende Sensibilität der Geschmacksnerven. Das Essen wird in größeren Mengen verzehrt, da es nun viel besser schmeckt. Ein weiterer Grund: Wurde früher zum Kaffee oder Tee eine Zigarette geraucht, wird heute zu einem Plätzchen oder Schokoriegel gegriffen. Somit kann es passieren, dass neuen Nichtrauchern etwas Süßes als Ersatzbefriedigung für die Zigarette dient.

Fakt ist: Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, benötigt Disziplin und Durchhaltvermögen. Dabei sollte man sich aber nicht zu viel vornehmen. Nichtraucher zu werden, ist allein schon schwer genug. Zusätzlich auch noch das Essverhalten aggressiv zu steuern, erhöht die Gefahr, beide Ziele nicht zu erreichen.

Auch wenn es schwer fällt, aus gesundheitlicher Sicht ein richtiger Schritt. Nicht umsonst steht auf allen Zigarettenpackungen in Deutschland „Rauchen gefährdet die Gesundheit“. Besonders Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs sind Langzeitfolgen des Rauchens.

Es gibt aber einfache Tricks, mit dem Rauchen aufzuhören und gleichzeitig das Gewicht zu halten. Kommt Appetit auf, sollte erstmal ein Glas Wasser getrunken oder etwas Kalorienarmes (z.B. Obst, Joghurt pur) gegessen werden. Dadurch nimmt das Sättigungsgefühl ab und der Hunger ist befriedigt. Dabei über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten regelmäßig einnehmen. Des Weiteren langsam und genussvoll Essen. Als gute Ersatzbefriedigung für die Zigaretten eignet sich zudem Sport. Durch die körperliche Aktivität werden Glückshormone ausgeschüttet, die als eine Art Belohnungssystem des Körpers fungieren. Daher sollten kurze Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt werden.

Interessant: Eine Liste der Tabakzusatzstoffe – aufgeteilt nach Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak und Feinschnitt – gibt es hier.

Eine Antwort schreiben