Die Gefahr aus dem Internet: Gefälschte Arzneimittel/ Seriöse Versandapotheke finden

Juli 28, 2008

Laut einer Studie der „European Alliance for Access to Safe Medicines (kurz: EAASM)“, wird das Internet immer mehr zu einer „Schnellstraße“ für gefälschte Arzneimittel. Die EAASM, ist eine unabhängige Organisation, welche sich zur Aufgabe gemacht hat, das Thema gefälschte Arzneimittel mehr in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Der Report wurde am 22. Juli in London vorgestellt. Die Untersuchung offenbart ein beunruhigendes Ergebnis: Von allen über das Internet vertriebenen Arzneimitteln, sind mehr als 60 Prozent gefälscht oder minderwertig! Neben Präparaten zur Minderung einer erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung) wurden auch Medikamente zur akuten Behandlung ernster kardiovaskulärer (Herz und Gefäßsystem betreffend), respiratorischer (die Atmung betreffend) oder psychischer Erkrankungen (Psychopharmaka) untersucht. Insgesamt wurden für die Studie 18 Präparate online bestellt.

Durch den schnell wachsenden Internethandel mit illegalen Medikamenten erhöht sich zugleich die Wahrscheinlichkeit, gefälschte Arzneimittel auch zu erhalten. Da Patienten zudem oft nicht in der Lage sind, gefälschte von nicht gefälschten Präparaten zu unterscheiden, ist das gesundheitliche Risiko, welches von solchen Produkten ausgeht, sehr hoch. So können Arzneimittel, welche über keinen oder einen zu geringen Wirkstoffgehalt verfügen, zu einer großen Gefahr für den Patienten werden.

Für die Studie wurden bei mehr als 100 Arzneimittelhändlern im Internet verschiedene, häufig einzunehmende und verschreibungspflichtige Präparate gekauft. Nach erfolgter detaillierter Untersuchung, kam die EAASM zu dem (gefährlichen) Ergebnis, dass alle Medikamente ausgeliefert wurden, aber ohne Vorlage eines notwendigen Rezepts. Diese Vorgehensweise ist nicht nur illegal, sondern auch mit vielen Risiken für die Gesundheit des Käufers verbunden.

Die visuelle und chemische Analyse der bestellten Medikamente führte zu folgenden Ergebnissen:

• Von den getesteten Arzneimittelhändler im Internet arbeiten 96 Prozent illegal. So fehlten auf nahezu jeder Webseite: die Kontaktadresse, der Firmensitz und ein namentlich genannter Apotheker.

• Über 90 Prozent der Internethändler versenden verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Vorlage eines ärztlichen Rezepts.

• Gefälscht war in 86 Prozent der Fälle das auf der Packung aufgedruckte Prüfsiegel.

• Dagegen enthielten 62 Prozent der Präparate entweder keine oder zu geringe Wirkstoffmengen. Gleichzeitig war die Qualität der Produkte oft mangelhaft.

• Lediglich 38 Prozent der versendeten Medikamente waren Originalprodukte. Von denen aber wiederum 16 Prozent aus illegalen Nicht-EU-Importen stammten. In vielen Fällen fehlte zudem die Patienteninformation, obwohl diese aber enthalten sein muss.

Ebenso wurde vereinzelt bei der Versendung von lebensverlängernden Herzmedikamenten Viagra kostenfrei als „Bonus“ beigefügt, ohne dabei auf mögliche Wechselwirkungen hinzuweisen. Solche Beigaben sind nicht nur illegal, sie können sogar zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen, wenn diese Präparate ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden.

Inwieweit die Ergebnisse der (europäischen) Studie auch auf Deutschland übertragbar sind, geht aus dem Bericht leider nicht hervor. Grundsätzlich gelten aber für Versandapotheken in Deutschland die gleichen hohen Anforderungen an Verbraucherschutz und Arzneimittelsicherheit, wie bei einer Apotheke vor Ort. Aus diesem Grund dürfen nur solche Arzneimittel versendet werden, die für den deutschen Markt zugelassen sind und die Informationen in deutscher Sprache enthalten. Darüber hinaus muss die Versandapotheke die Beratung in deutscher Sprache, durch pharmazeutisches Personal, gewährleisten. Dies gilt auch für Versandapotheken, die ihren Sitz im europäischen Ausland haben. Seriöse Versender bestehen bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zudem auf das Einsenden des Originalrezepts.

Bei einer Bestellung von Arzneimitteln über das Internet, sollte geprüft werden, ob die Webseite über ein vollständiges Impressum verfügt. Die Internetapotheke muss die Postanschrift der Offizin-Apotheke, den Namen des Apothekers/der Apothekerin, die berufliche Qualifikation, die zuständige Aufsichtsbehörde sowie die zuständige Apothekerkammer beinhalten. Grundsätzlich gilt: In Deutschland sind nur Apotheken befugt, Arzneimittel zu verkaufen bzw. zu versenden.

Die Zukunft der Gesundheit: Bürger wünschen mehr Mitbestimmung

Juli 21, 2008

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zu „Strategien der Anbieter im deutschen Gesundheitssystem und deren Akzeptanz in der Bevölkerung“, wollen die Deutschen ein anderes Gesundheitssystem. Die Bevölkerung wünscht sich von den Krankenversicherungen und Leistungserbringern eine Erweiterung ihrer Angebote, z.B. durch Präventionsmaßnahmen oder Zusatzleistungen für Selbstzahler.

In Kurzform nachfolgend die Ergebnisse:

• 93 Prozent der Bürger würden vom normalen Angebot abweichen und sich individuelle Leistungen wünschen, für die sie bei Bedarf auch bereit sind, mehr zu zahlen.

• 83 Prozent wünschen eine stärkere Unterstützung von Präventionsmaßnahmen.

• Ein Großteil möchte bei der Gesundheitsversorgung individuelle Mitbestimmung. Am ehesten würden die Deutschen einer Steuerung bei Arzneimitteln zustimmen.

• 83 Prozent sind der Auffassung, dass der Gesetzgeber finanzielle Anreize zur Senkung der Gesamtkosten im Gesundheitssystem schaffen sollte.

• 81 Prozent können es sich vorstellen, Präventionspakete in Arztpraxen wahrzunehmen.

• 61 Prozent meinen, dass eine Verknüpfung der Krankenkassenbeiträge an eine gesunde Lebensweise sinnvoll wäre.

• 60 Prozent würden Gesundheits-Checks und Vorsorgeuntersuchungen selbst bezahlen.

• Die meisten wünschen sich von ihrer Krankenkasse, dass sie in Zukunft neben der Bezahlung der medizinischen Versorgung, die Versicherten auch in Gesundheitsfragen berät und geeignete Behandlungsmöglichkeiten bzw. Therapieansätze findet.

An der Befragung nahmen 1.000 Erwachsene teil. Die Ergebnisse zeigen, so Berger, dass die Deutschen den Weg von Leistungsempfängern zu aktiv handelnden Kunden beschreiten wollen. Die Kunden wollen Differenzierung.

Dabei verändert sich das Gesundheitswesen kontinuierlich in einen Markt mit erhöhter Transparenz, durch Mündigkeit der Bürger und unternehmerisches Handeln der Leistungsanbieter, so die Autoren der Studie. Der privat finanzierte zweite Gesundheitsmarkt wächst stetig weiter – im Jahr 2008 bisher auf etwa 64 Milliarden Euro. Diese Zahl verdeutlicht, das der zweite Markt über einen großen Anteil an Präventionsleistungen verfügt und dazu beiträgt, das Gesundheitssystem finanziell zu entlasten.

Viele Experten fordern schon lange, dass mehr Wettbewerb dem System gut tun würde. Zumal die Versicherten, welche aktiv etwas für ihre Gesundheit tun, vom deutschen Gesundheitssystem kaum belohnt werden. Aus diesem Grund unterstützen sie, zum Beispiel die Einführung von Wahltarifen bei den Krankenkassen und eine prozentuale Eigenbeteiligung der Bürger an der Gesundheitsvorsorge.

Viele Krankenkassen erhöhten 2008 ihre Beiträge/ Gesundheitsfonds

Juli 11, 2008

In den ersten 6 Monaten dieses Jahres haben nahezu 50 Prozent aller gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge erhöht. Davon betroffen sind 17,5 Millionen Versicherte. Die Kassen begründeten die Anhebung ihrer Beitragssätze häufig mit den gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem. Andere Krankenkassen erhoffen sich dadurch ein besseres Finanzpolster für die Zeit nach der Einführung des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009.

Ausgewählte Kassen, die ihre Beitragssätze im ersten Halbjahr erhöhten:

• Continentale BKK auf 14,5 Prozent (Erhöhung um 1,4 Prozent.)
• Bahn BKK auf 14,3 Prozent (Erhöhung um 1,3 Prozent.)
• Techniker Krankenkasse auf 13,8 Prozent (Erhöhung um 0,3 Punkte.)
• Gmünder Ersatzkasse GEK auf 14,3 Prozent (Erhöhung um 0,7 Prozent.)
• Taunus BKK auf 14,5 Prozent (Erhöhung um 0,7 Prozent.)
• IKK-Direkt auf 12,4 Prozent (Erhöhung um 0,4 Prozent.)
• BKK Mobil Oil auf 13,3 Prozent (Erhöhung um 0,4 Prozent.)
• Die teuerste Krankenkasse ist zurzeit die City-BKK mit 16,5 Prozent (Erhöhung um 0,5 Prozent.)

Aufgrund der teilweisen drastischen Beitragssatzerhöhungen erreichte das Preisniveau bei den gesetzlichen Krankenkassen einen neuen Rekordstand.

Es gibt aber auch Kassen, die ihre Beiträge nicht dem Trend folgend erhöht, sondern gesenkt haben. Bei folgenden gesetzlichen Krankenkassen, zahlen die Versicherten zum Beispiel geringere Beiträge:

• AOK Plus (Fusion aus AOK Thüringen und AOK Sachsen) mit einem Beitragssatz von 12,9 Prozent. (Senkung um 0,7 Prozent.)
• BKK Autoclub mit einem Beitragssatz von 13,4 Prozent. (Senkung um 0,5 Prozent.)
• Die günstigste offene Krankenkasse ist momentan die IKK-Sachsen mit 11,8 Prozent.

Diese Angaben beruhen auf einer Analyse von 205 gesetzlichen Krankenkassen, die von Krankenkassen.de befragt wurden.

Insgesamt erhöhten 95 von 205 Kassen von Januar bis Juli dieses Jahres ihre Beitragssätze. Mit den jüngsten Erhöhungen nähern sich viele Krankenkassen dem Betrag von 15,5 Prozent an, den Experten für den Gesundheitsfonds ankündigen. Der endgültige Beitragssatz für den Gesundheitsfonds, wird aber erst am 1. November dieses Jahres festgelegt.

Mit dem Start des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009, fließen dann alle gezahlten Beiträge in einen Topf. Aus diesem erhalten die Kassen für jeden Versicherten einen Pauschalbetrag. Gesetzliche Krankenkassen mit vielen alten und kranken Mitgliedern, sollen zudem Geld von den anderen Kassen bekommen. Benötigt eine Kasse mehr Geld als vorgesehen, kann sie von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen. Um die Versicherten nicht zu überfordern, darf maximal ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens als zusätzlicher Beitrag erhoben werden. Bei Erhebung von Zusatzbeiträgen ist ein Wechsel der Krankenkasse möglich. Dagegen kann eine Kasse ihren Mitgliedern finanzielle Vergünstigungen oder eine Prämienauszahlung gewähren, wenn sie mit den Beiträgen gut wirtschaftet.

Eine alphabetisch sortierte Liste aller Krankenkassen, die 2008 ihre Beiträge erhöht haben, gibt es hier.

Stiftung Warentest kritisiert Apotheken

Juli 2, 2008

Bisher galten Apotheken als kompetent, auch weil sich jeder Bürger fachlich gut beraten und versorgt fühlte. Jetzt steht die Apothekenlandschaft in Deutschland aber in der Kritik, weil genau diese fachliche Kompetenz von der Stiftung Warentest in einer neuen Untersuchung bemängelt wird.

Besonders die Beratung und der Service in den Apotheken wurden von der Stiftung kritisiert. Getestet wurden in der deutschen Hauptstadt 20 Apotheken, an Bahnhöfen und in Einkaufszentren. Dabei legten die Warentester besonderen Wert auf die fachliche Kompetenz, sowie Kundenorientierung und Einrichtung. Während die Qualität der Beratung und Versorgung zu 80 Prozent in die Bewertung einfloss, hatten die weiteren Kriterien ein Gewicht von 20 Prozent.

Nach Aussage der Stiftung Warentest vom 26. Juli gegenüber Journalisten, könne es durchaus passieren, dass der Patient einen falschen Rat zu Medikamenten und Lichtschutzfaktoren erhält. Aber auch beim Blutdruckmessen wurden Fehler gemacht. Darüber hinaus lehnten sogar einige Apotheken die Herstellung von Rezepturen ab oder mischten diese falsch. Von Seiten der Warentester hieß es dazu: „Das kann passieren, wenn man seinen Apotheker fragt.“

Dabei führte die Stiftung insgesamt 160 Testbesuche in den ausgewählten Apotheken durch. Von denen nur eine die Note „gut“ erhielt. Dagegen gab es für acht Apotheken ein „befriedigend“ und für drei weitere noch ein „ausreichend“. Die anderen acht bekamen lediglich ein „mangelhaft“. Darunter befinden sich die vier Apotheken, die es ablehnten eine Rezeptur anzufertigen, mit der Begründung, dass es sich finanziell für sie nicht lohnen würde. Zwei weitere stellten eine andere als die geforderte Arzneiform her. Von den anderen zwei Apotheken wurde bei der Beratung zur Einnahme der Medikamente keine der Wechselwirkungen erkannt.

Bei einem weiteren Test wurde überprüft, ob die Apotheken auf Wechselwirkungen zwischen Delix und Voltaron Dolo hinweisen. Das Ergebnis: Lediglich sechs Apotheken informierten „vollständig und richtig“ über eine abgeschwächte Wirkung. Im Gegenzug wiesen 16 der insgesamt 20 Apotheken bei einer gleichzeitigen Anwendung von Marcumar und Johanniskraut auf eine Thrombosegefahr hin. Dagegen warnten nur vier der getesteten Apotheken „vollständig und richtig“ vor Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung von Fosamax und Calcium D3 Tabletten.

Für die Bewertung einer Rezeptur entschied sich die Stiftung Warentest für ein Metronidazol Gel mit sieben Bestandteilen. Von neun Apotheken wurde die Rezeptur als gelungen eingestuft, obwohl die Kennzeichnungen und Abpackungen als – nicht angemessen – beurteilt wurden. Allerdings fielen drei Apotheken komplett durch, da sie entweder eine Flüssigkeit abgegeben oder ein Fertiggel verwendet hatten. Dabei stellten nur vier Apotheken die Rezeptur so her, dass die Prüfer rundum zufrieden waren.

Zu einem besonders enttäuschenden Ergebnis kam die Stiftung beim Blutdruckmessen – keine Apotheke konnte überzeugen. So erhielten auch Testerinnen schlechten Rat, als sie wissen wollten, wie die Konzentrationsschwierigkeiten ihres Kindes behoben werden können. Ebenso gab es zum Teil falsche Aussagen zu Sonnenschutzmitteln und Lichtschutzfaktoren.

Eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) erklärte, dass man die Kritik der Stiftung Warentest „sehr ernst“ nehmen würde. Eine Stellungnahme soll aber erst nach einer genauen Prüfung der Umfrageergebnisse erfolgen.

Transparency Deutschland: Teures Gesundheitswesen, aber nur wenig Leistung

Juni 23, 2008

Deutschland belegt in der Welt den dritten Platz bei den Kosten des Gesundheitswesens. Darüber hinaus liege die Bundesrepublik bei den Leistungen und ihren Ergebnissen für die Gesundheit der Bevölkerung aber nur im Mittelfeld der Industrienationen, so Anke Martiny, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland. Ebenso kritisierte sie und ihre Organisation, dass die Vergabepraxis bei den Rabattverträgen der gesetzlichen Krankenkassen unklar sei. Gleichzeitig sei der Vertrieb von Arzneimitteln und deren Rohstoffe nur ungenügend geregelt.

Gegenüber Journalisten in Berlin machte Martiny klar, dass jedes Jahr das Geld der Versicherten in großen Mengen durch verschwenderische, unwirtschaftliche und unseriöse Methoden verloren gehe. Der daraus resultierende Verlust liege zwischen drei und zehn Prozent des Gesundheitsbudgets. Zugleich sieht Transparency Deutschland die eingeführten Rabattverträge zwischen den Kassen und Herstellerfirmen nach dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) als „höchst problematisch“.

Da die Vertragsbedingungen zudem nicht einsehbar seien, erhöhten sich nur die Bürokratie, Regresse und Retaxationen. Den Pharmaherstellern würde dadurch die Möglichkeit gegeben, Mitarbeiter der GKV durch entsprechende Maßnahmen gewissermaßen zu Marketingagenten für fragwürdige Produkte zu machen, indem sie Vertreter der Kassen zu Rabattverträgen für solche Präparate veranlassten. Die dabei entstehenden Kosten für die Zunahme der Intransparenz trügen insbesondere die Versicherten, wenn ihre Ärzte über Rabattverträge gezwungen seien, anstelle auf dem Markt verfügbarer preiswerter Generika von den Herstellern rabattierte, aber dennoch überteuerte Markenprodukte zu verordnen.

Auch kam das von der Bundesregierung im Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) verfasste Ziel, nur werbefreie Praxissoftware für ärztliche Verordnungen zuzulassen, im Jahr 2006 nicht zustande. Ausschlaggebend dafür war, eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit den Softwareherstellern, obwohl der Gesetzgeber eine Überprüfung und Zertifizierung der entsprechenden Programme gefordert hatte. Für Martiny sei „das Ergebnis unbefriedigend“ – trotzdem greife die Bundesregierung nicht ein. Dadurch würden auch hier überhöhte Verordnungskosten, auch bei Nachahmerprodukten – durch mangelhafte Software – entstehen.

Durch intransparente Vertriebswege ergeben sich außerdem Gesundheitsgefährdende Globalisierungsfolgen. Nach Angaben von Transparency Deutschland gelangen verfälschte und verschmutzte Rohstoffe für Arzneimittel zur Weiterverarbeitung in die „erste Welt“ und führten zu Gesundheitsschäden bis hin zu Todesfällen. Aus diesem Grund, fordert die Organisation eine strickte Kennzeichnung medizinischer Stoffe vom Ursprungsprodukt bis zum Endverbraucher.

Obendrein würden vermehrt Arzneimittelfälschungen die als Vollfälschungen durch Drogendealerbanden auf den europäischen Markt gelangten, vorwiegend im Internethandel vertrieben. Daher fordert Transparency Deutschland fälschungssichere Verpackungen, in Verbindung mit einer lückenlosen Kennzeichnung in der Vertriebskette. Um gesundheitliche Schäden der Bevölkerung zu vermeiden, müsse die Bundesregierung ihre Bemühungen zur Eindämmung des illegalen Medikamentenhandels sowie zur entsprechenden Kontrolle des Internets verbessern.

Diabetiker-Füße benötigen Aufmerksamkeit und Pflege

Juni 17, 2008

Sie werden vernachlässigt, obwohl sie uns viele tausende Kilometer weit tragen und das gesamte Körpergewicht auf ihnen lastet: die Füße. Dazu stecken sie oft in viel zu engen und hohen Schuhen. In vielen Fällen äußert sich die fehlende Zuwendung in Hühneraugen, Druckstellen, eingewachsenen Nägeln oder Fußpilz. Dabei müssen besonders Diabetiker auf ihre Füße achten. Die Diabetikerhaut ist sehr trocken, mitunter rissig, schuppig und daher auch viel anfälliger für Verletzungen und Infektionen. Zudem merken Diabetiker mit Gefühlsstörungen an den Füßen, viele Verletzungen erst zu spät oder gar nicht. Deshalb müssen Diabetiker ihren Füßen viel Aufmerksamkeit schenken und diese sorgfältig pflegen.

Hier einige Tipps für die Fußpflege:

• Reinigung der Füße
Die Füße sollten einmal am Tag gebadet werden. Vor dem Fußbad ist die Wassertemperatur mit einem Thermometer zu prüfen. Dabei niemals auf das persönliche Wärmegefühl verlassen, es kann bereits beeinträchtigt sein. Die Folge: Verbrennungen! Die Temperatur des Badewassers sollte zwischen 30° C und 35° C liegen. Außerdem ist ein 5-minütiges Fußbad völlig ausreichend. Dauert das Fußbad länger, wird die Haut zusätzlich strapaziert und der natürliche Hautschutz geht verloren. Dies ist wiederum ein Einfallstor für Pilze und Bakterien. Bei offenen Wunden sollte jedoch auf ein Fußbad verzichtet werden.

• Nach dem Fußbad
Die Füße sind sorgfältig und vorsichtig mit einem weichen Handtuch abzutrocknen, auch zwischen den Zehen. Durch feuchte Zehenzwischenräume kann leichter Fußpilz entstehen. Dagegen führt zu festes Abrubbeln zu Verletzungen der empfindlichen Fußhaut. Danach sind die Füße einzucremen, da die Haut leicht austrocknet. Wird dies ausgelassen, können sich feine Risse bilden. Beim Eincremen aber die Zehenzwischenräume auszusparen.

• Zehennägel pflegen
Für die Pflege der Fußnägel sollten keine scharfen und spitzen Gegenstände (z.B. Zangen) verwendet werden. Die Nägel sind ausschließlich mit einer stumpfen Feile zu pflegen. Dabei sind die Fußnägel nur so weit zu kürzen, dass sie mit dem Zehenrand abschließen. Die Nägel aber nie zu kurz schneiden, da diese sonst einwachsen können. Ebenfalls sind zu lange Nägel zu vermieden, da dadurch ein Verletzungsrisiko für die anderen Zehen besteht. Die Fußnägel sind gerade zu feilen und die Ecken leicht abzurunden.

• Hornhautschwielen entfernen
Auch bei der Entfernung von Hornhaut sollte auf die Nutzung von scharfen Gegenständen (z.B. Rasierklinge, Raspel, Schere) verzichtet werden. Hühneraugenpflaster oder spezielle Tinkturen sind ebenfalls nicht zu verwenden. Diese enthalten chemische Wirkstoffe, welche die Haut angreifen können. Prinzipiell sind nur stumpfe Gegenstände zu nutzen, wie einen Bimsstein oder Hornhautschwamm.

• Richtiges Schuhwerk
Beim Kauf von Schuhen ist darauf zu achten, dass weiches Leder verwendet wurde, um dem Fuß genügend Platz zu bieten. Ebenso sollten keine Innennähte bzw. Ösen vorhanden sein, da diese drücken oder scheuern können. Auf hohe Absätze sollte verzichtet werden, da sonst der Vorderfuß zu stark belastet wird. Beim Vorliegen einer Erkrankung der Nerven bzw. Durchblutungsstörungen, werden besondere Einlagen notwendig. Beim Anprobieren der Schuhe im Geschäft ist zu kontrollieren, ob diese drücken oder den Fuß einengen. Bei der Auswahl der Strümpfe sollte besonderen Wert darauf gelegt werden, dass sie möglichst aus Naturfasern bestehen und keine einschnürenden Gummis oder Nähte enthalten.

Auch wenn im Sommer die Temperaturen es zulassen, sollte auf das Barfußlaufen verzichtet werden. Ob am Strand, auf der Wiese oder in der Wohnung, überall sind die ungeschützten Füße vielen Gefahren ausgesetzt. Schon kleinste Verletzungen können schlimme Folgen haben.

Der Diabetikerfuß ist in vielen Fällen sehr empfindlich und verfügt über eine verminderte Schweiß- sowie Talgdrüsenaktivität. Die Folge sind rissige und trockene Füße. Viele Diabetiker haben außerdem Schrunden und Druckstellen. Dies stellt ein Risiko für die Gesundheit dar, weil nur gepflegte Füße weniger anfällig für Krankheitserreger und Verletzungen sind. Daher ist es notwendig, bei Veränderungen an den Füßen, wie Hühneraugen, Blasen, Einrissen, Schwellungen, Rötungen, Wunden und anderen Verletzungen, den Arzt oder einen speziell ausgebildeten Fußpfleger (Podologe) aufzusuchen, um Komplikationen zu vermeiden. Für Diabetiker mit Durchblutungsstörungen, Nervenschäden oder Fußverformungen, ist nicht nur der regelmäßige Arztbesuch unbedingt erforderlich, sondern auch die sorgfältige Pflege der Füße. Auch wenn die Füße noch keine Veränderungen aufweisen bzw. bemerkbar sind, sollten sie gut pflegt und aufmerksam beobachtet werden, da Komplikationen erst allmählich entstehen.

Da bei einigen Diabetikern der Schmerz als Warnsignal, aufgrund von Nervenschädigungen ausfällt, können nur durch die tägliche Kontrolle der Füße, Veränderungen (z.B. Entzündungen, Reizungen, Druckstellen) frühzeitig erkannt und behandelt werden. In vielen Fällen sind winzige Verletzungen verantwortlich für den so genannten diabetischen Fuß. Oft verursacht durch schlecht passende Schuhe, Druckstellen am Fuß, Verbrennungen durch Wärmflaschen, zu heiße Fußbäder oder Heizdecken. Daher ist die regelmäßige Kontrolle der Füße so wichtig. Die Betrachtung der Zehenzwischenräume und der Fußsohlen ist dabei unerlässlich. Falls erforderlich, kann ein Handspiegel bzw. ein Vergrößerungsspiegel verwendet werden. Um nachfolgende Probleme zu vermeiden, ist es ratsam, schon bei geringfügigen Hautveränderungen, den Arzt zu kontaktieren.

EM 2008: Masernepidemie überschattet die Fußball-Europameisterschaft

Juni 4, 2008

Bei der diesjährigen Fußball-EM in der Schweiz und Österreich gelten Frankreich und Italien als große Favoriten. Dabei wird von vielen Experten aber übersehen, dass es eine noch stärkere „Mannschaft“ gibt, die nicht zu unterschätzen ist. Mein absoluter Favorit auf den EM-Titel ist daher die Infektionskrankheit Masern.

Diese „Mannschaft“ könnte zum gefährlichsten Gegner für die teilnehmenden Nationen werden. Zumal in der Schweiz immer neue Krankheitsfälle auftreten und die Masern-Viren verstärkt auch in Deutschland grassieren. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden seit Beginn des Jahres über 500 Masernfälle gemeldet. Besonders betroffen sind die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Ein Ende der Erkrankungswelle lässt sich bisher noch nicht absehen.

Daher könnte die Fußball-Europameisterschaft auch für die Fans zu einer großen Herausforderung werden. Eigentlich sollte die Unterstützung der Lieblingsmannschaft im Vordergrund stehen, aber dieses Jahr müssen sich die Fans auch auf einen anderen Gegner konzentrieren – die sehr ansteckende Masernerkrankung. Neben den typischen roten Hautflecken kann die Infektionskrankheit auch zu lebensgefährlichen Komplikationen wie Lungen- oder Hirnentzündung führen.

Seit nunmehr 1 ½ Jahren versuchen die Gastgeberländer, eine schwere Masernepidemie in den Griff zu bekommen – bisher blieben die Bemühungen aber erfolglos. Allein in der Schweiz wurden bis Ende Mai knapp 2900 Erkrankungen gemeldet. Aus einer Veröffentlichung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit geht hervor, dass die Schweiz seit November 2006 die größte Masernepidemie seit Beginn der Meldepflicht für diese Infektionskrankheit im Jahr 1999 erlebt.

Die Ansteckungsgefahr für die Fans bei der Fußball- Europameisterschaft ist besonders hoch bei großen Menschenansammlungen, wie auf Fan-Meilen oder im Stadion. Dabei genügt ein flüchtiger Kontakt zum Erkrankten, damit es zu einer Ansteckung mit den Viren kommt. Infizierte Fußballanhänger können per Fan-Tröte oder Trinkflasche die Masernviren leicht verteilen. Die Übertragung der Erreger erfolgt durch die so genannte Tröpfcheninfektion. Daher genügt es schon, wenn der infizierte Platznachbar auf der Fußballtribüne niest oder hustet. Dabei kann sich jeder Fußballliebhaber anstecken, der entweder nicht geimpft ist oder noch keine Masern gehabt hat.

Um die mitunter lebensgefährliche Viruserkrankung auszumerzen, ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent erforderlich. Eine Masernimmunität ist mit zwei Impfgängen zu erreichen. In der ersten Impfung werden abgeschwächte Masernerreger Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten injiziert. Die empfohlene Zweitimpfung erfolgt 4 Wochen nach der ersten Impfung. Diese Impfung wird meist als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln durchgeführt. Auch wenn in Deutschland rund 94 Prozent der Schulanfänger einmal gegen Masern geimpft sind, erreicht die Impfrate bei der zweiten nur etwa 83 Prozent. Dabei ist die Impflücke bei Teenagern besonders groß. Somit kann es auch in Deutschland zur Fußball-EM verstärkt zu Masernausbrüchen kommen, da die Impfquoten nicht überall ausreichend hoch sind.

Daher ist es nicht verwunderlich, warum Mediziner kurz vor der Europameisterschaft noch einmal vor einer Masernepidemie warnen. Im Jahr 2006 gab es die letzte große Infektionswelle in Deutschland. Allein in Nordrhein-Westfalen infizierten sich mehr als 1700 Bürger. Dabei mussten rund 15 Prozent der Erkrankten mit schwerwiegenden Komplikationen (Lungen-, Mittelohr-, Gehirn- und Hirnhautentzündungen) stationär behandelt werden. Dies zeigt, dass eine Maserninfektion niemals eine harmlose Kinderkrankheit sein kann.

Nun warnt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr während der EM 2008. Experten befürchten, dass die Masern-Welle zur Europameisterschaft auch auf Deutschland überschwappen könnte. Für die Großveranstaltung in der Schweiz und Österreich wären beispielsweise Impfstationen eine sinnvolle Maßnahme. Dies wäre zwar eine Notlösung, aber die Fans hätten die Möglichkeit, sich vor dem Fußballspiel eine Einmaldosis spritzen zu lassen. Das Gastgeberland Schweiz lehnt solche Stationen allerdings ab, da es um sein Image fürchtet.

Daher sollten Fußball-Fans, die das Großereignis in den Gastgeberländern oder auf Fan-Meilen verfolgen möchten, ihren Impfschutz überprüfen und sich bei Bedarf vorsorglich impfen lassen. So mussten auch die Spieler der deutschen Fußball-Nationalelf, vor der Abreise in das Mannschaftsquartier der Schweiz, ihren Impfschutz nachweisen. Wer keinen Schutz gegen Masern mitbrachte, wurde sofort geimpft.

Arztfehler: Keine Seltenheit

Mai 26, 2008

Jeder macht Fehler, das gelte auch für Mediziner. Aber der Unterschied ist, dass Ärzte nicht gerne darüber reden und ihre Fehler zugeben. Zumal durch jede falsche Diagnose oder durch jeden Kunstfehler das Leben eines Menschen gefährdet wird. Würden sie mit fehlerhaften Behandlungen offen umgehen, wären sie auch in der Lage die Ursachen zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Mit diesem Aspekt haben sich jetzt Forscher der University of Alabama und der State University of New York beschäftigt. Dabei lag das Hauptaugenmerk ihrer Studie auf den „falschen Diagnosen“ der Ärzte. Abhängig von den Bereichen ermittelten sie eine Fehlerquote zwischen 2 und 5 Prozent. Stellten aber auch fest, das die Fehlerrate in einigen medizinischen Bereichen auch über 10 Prozent liegt.

Der emeritierte Professor, Arthur Elstein von der University of Illinois in Chicago, beschäftigte sich fast sein ganzes Berufsleben mit den Fehlern der Götter in Weiß. Wie Spiegel Online berichtet, liegen nach Schätzungen des Professors die Ärzte sogar in cirka 15 Prozent aller Fälle falsch.

Trotz der Zahlen darf nicht vergessen werden, dass viele Diagnosen richtig sind. Aber worin liegt die Diskrepanz zwischen den richtigen und den falschen Urteilen der Ärzte? Fest steht: An unzureichender Medizintechnik kann es nicht liegen, diese ist hochmodern. (Aber vielleicht ist gerade die Komplexität der Medizintechnik auch eine Ursache für die Fehler der Mediziner?) Wie die beiden amerikanischen Forscher herausgefunden haben, seien die Ärzte selbst der Grund für falsche Beurteilungen, weil sie durch Selbstüberzeugung die Genauigkeit ihrer Diagnosen überschätzen. Darüber hinaus seien sich viele Ärzte oftmals gar nicht bewusst, wie hoch die eigene Fehlerquote wirklich sei. Darum bräuchten die Ärzte auch eine bessere Rückmeldung bei verursachten Fehlern.

Das Gute an den Zahlen ist nur, das sie aus Großbritannien stammen. Deutsche Mediziner schweigen lieber zu diesem Thema, weshalb Zahlen über falsche Diagnosen in Deutschland nur unzureichend vorliegen und deshalb auch nur wenig aussagekräftig sind. Zudem werde das äußerst empfindliche Problem falscher Diagnosen immer noch zu wenig betrachtet und nur ungenügend erforscht.

Nur einmal trauten sich Ärzte und Pfleger das Thema öffentlich zu machen. Mit der im Februar erschienenden Broschüre des Aktionsbündnisses Patientensicherheit „Aus Fehlern lernen“. In einer noch nie da gewesenen Offenheit, bekannten sich Ärzte, Pfleger und Therapeuten zu Behandlungsfehlern. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, er wird aber noch von zu wenigen Medizinern gegangen. Dabei können doch nur Fehler beseitigt werden, wenn über sie gesprochen wird. Stillschweigen führt dagegen zu keiner Lösung. Vielmehr wird noch mehr Misstrauen geschürt.

Stattdessen beschäftigen sich vermehrt Schlichtungsstellen mit den Irrtümern der Ärzte. Die Aufgabe der Schlichter ist es, Streit zwischen Patienten und Medizinern außergerichtlich zu lösen. Im Zuge dessen, hat die Schlichtungsstelle der norddeutschen Ärztekammer für das Jahr 2007 eine Übersicht der am häufigsten auftretenden Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen erstellt. Das Ergebnis: Oft werden Brusttumore, gefolgt von Frakturen an Hand, Unterarm bzw. Handgelenk sowie Blinddarmentzündungen nicht erkannt.

Fakt ist: In Deutschland müssen immer weniger Ärzte, immer mehr leisten. Somit begünstigt nicht nur die Selbstgewissheit der Ärzte, sondern vermehrt auch fehlendes Personal, Zeit- und Kostendruck die Entstehung von Fehlern. Aber auch Mängel in der Kommunikation und Organisation tragen zu falschen Entscheidungen bei.

Aber was können Patienten tun? Sie sollten aufmerksam und kritisch sein. Auch das Hinterfragen von Diagnosen und Testergebnissen senkt die Fehlerwahrscheinlichkeit der Ärzte. Das Nachfragen, bei z.B. einem nicht eindeutigen Krankheitsbefund, wirkt der Tendenz entgegen, die erstbeste Annahme für die Richtige zu halten. Der Arzt wird so gezwungen über seine Entscheidung konkret nachzudenken, diese zu erklären und gegebenenfalls zu korrigieren. Ständiges Fragen erleichtert zudem auch das Verständnis und das Verstehen einer Diagnose.

Nichtraucher werden: Drohen zusätzliche Kilos?

Mai 16, 2008

Viele Menschen möchten mit dem Rauchen aufhören, befürchten aber, an Gewicht zuzunehmen. Wie der Stern Online berichtet, wurden diesbezüglich wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, in denen der Sachverhalt bestätigt wird. Die Daten einer amerikanischen Studie sind aber mit Vorsicht zu betrachten, da Männer und Frauen nach dem Rauchstopp zwar etwa 5 Kilo zugenommen haben, dies aber in einem Zeitraum von 10 Jahren. Es ist aber auch ganz normal, dass mit höherem Alter das Körpergewicht steigt. Zumal in diesem Zusammenhang bestätigt wurde, dass auch Nichtraucher und Raucher in diesem Zeitraum an Gewicht zugelegt haben, wenn auch nicht so viel. So ließen sich nur 25 Prozent der zugenommenen Kilos tatsächlich dem Rauchstopp zuordnen.

Dies ist aber kein Freifahrtsschein, da es zumindest am Anfang des Nichtraucherdaseins durchaus zu einer Gewichtszunahme kommen kann. (Neue) Nichtraucher legen in dieser Phase nicht einen, sondern gleich mehrere Kilos zu. Im Durchschnitt sind das bei Männern bis zu vier Kilo und bei Frauen bis fünf Kilo, und manchmal auch mehr. Der Grund: Rauchen steigert den Energieverbrauch. Da der Körper durch das Nikotin und die Freisetzung des Botenstoffes Adrenalin förmlich unter Strom steht, läuft diesbezüglich auch der Stoffwechsel auf Hochtouren. So verbrennen Raucher bis zu 200 Kalorien mehr am Tag, als Nichtraucher. Aber auch als Ex-Raucher können die 200 Kalorien schnell verbraucht werden. Dafür genügt schon ein Spaziergang oder eine kleine Fahrradtour von 30 Minuten.

Ein anderer Grund, warum Menschen zu Beginn ihrer Nichtraucherzeit an Körpergewicht zunehmen, ist die zurückkehrende Sensibilität der Geschmacksnerven. Das Essen wird in größeren Mengen verzehrt, da es nun viel besser schmeckt. Ein weiterer Grund: Wurde früher zum Kaffee oder Tee eine Zigarette geraucht, wird heute zu einem Plätzchen oder Schokoriegel gegriffen. Somit kann es passieren, dass neuen Nichtrauchern etwas Süßes als Ersatzbefriedigung für die Zigarette dient.

Fakt ist: Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, benötigt Disziplin und Durchhaltvermögen. Dabei sollte man sich aber nicht zu viel vornehmen. Nichtraucher zu werden, ist allein schon schwer genug. Zusätzlich auch noch das Essverhalten aggressiv zu steuern, erhöht die Gefahr, beide Ziele nicht zu erreichen.

Auch wenn es schwer fällt, aus gesundheitlicher Sicht ein richtiger Schritt. Nicht umsonst steht auf allen Zigarettenpackungen in Deutschland „Rauchen gefährdet die Gesundheit“. Besonders Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs sind Langzeitfolgen des Rauchens.

Es gibt aber einfache Tricks, mit dem Rauchen aufzuhören und gleichzeitig das Gewicht zu halten. Kommt Appetit auf, sollte erstmal ein Glas Wasser getrunken oder etwas Kalorienarmes (z.B. Obst, Joghurt pur) gegessen werden. Dadurch nimmt das Sättigungsgefühl ab und der Hunger ist befriedigt. Dabei über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten regelmäßig einnehmen. Des Weiteren langsam und genussvoll Essen. Als gute Ersatzbefriedigung für die Zigaretten eignet sich zudem Sport. Durch die körperliche Aktivität werden Glückshormone ausgeschüttet, die als eine Art Belohnungssystem des Körpers fungieren. Daher sollten kurze Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt werden.

Interessant: Eine Liste der Tabakzusatzstoffe – aufgeteilt nach Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak und Feinschnitt – gibt es hier.

Schwangerschaftsdiabetes: Hohe Blutzuckerwerte schaden dem Baby

Mai 13, 2008

Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Blutzuckerwerte haben, gefährden das Baby. Gemeint sind hauptsächlich Geburtskomplikationen. Die Babys diabeteskranker Schwangere sind oft besonders schwer und groß. Damit verbunden ist die Gefahr, dass der Säugling den Geburtskanal nicht durchdringen kann. Daher muss bei vielen Frauen ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Aber nicht nur Schwangere mit Diabetes haben oft schwierige Geburten. Mit ähnlichen Komplikationen müssen auch Frauen rechnen, deren Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft stets am oberen Ende des Normalbereichs liegen. Darüber hinaus weisen werdende Mütter mit einem hohen, aber nicht krankhaften Blutzuckerspiegel meist noch andere Risikofaktoren auf, welche zu Schwierigkeiten bei der Geburt führen können. Dazu gehören: höheres Lebensalter, Übergewicht, hoher Blutdruck. Wissenschaftlern des National Institute of Health (NIH) -Sitz in Bethesda (Maryland, USA)- ist es nun gelungen, in einer längerfristig angelegten Studie mit 23000 Schwangeren, den Zuckerwert als selbständigen Faktor für Risken während der Geburt nachzuweisen.

Da die Wissenschaftler in der Studie jedoch nicht belegen konnten, ab welchem Bereich das diabetesähnliche Risiko beginnt, wurde kein Vorschlag für geeignete Blutzuckerwerte veröffentlicht. Fest steht aber, dass das Risiko allmählich größer wird, je mehr der Blutzuckerspiegel an dem Bereich eines Diabetes herankommt. Zur Information: Der Nüchternblutzuckerwert beträgt bei einem Gesunden zwischen 3,3 mmol/l (60 mg/dl) und 5,6 mmol/l (100 mg/dl), grenzwertig sind Nüchternwerte zwischen 5,6 mmol/l (100 mg/dl) und 6,7 mmol/l (120 mg/dl), alle Werte über 6,7 mmol/l (120 mg/dl) werden als diabetische Blutzuckerwerte bezeichnet.

Das National Institute of Health führt in diesem Zusammenhang weitere Studien durch, woraus Regeln hervorgehen sollen, wie dem unbekannten Risiko durch hohe Blutzuckerwerte begegnet werden kann. Bis aber die Ergebnisse vorliegen, wird jeder schwangeren Frau geraten, sich auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) testen zu lassen.

Der Blutzucker steigt bei einigen Frauen in der Schwangerschaft leicht an. In den meisten Fällen beginnt der Anstieg aber erst nach der 20. Schwangerschaftswoche. Das ist auch der Grund, warum der Schwangerschaftsdiabetes häufig erst nach diesem Zeitpunkt festgestellt wird. Ob ein Gestationsdiabetes vorliegt, lässt sich durch die Messung des aktuellen Blutzuckers oder einen Glukosetoleranztest feststellen.

Ein Suchtest (Screening) zeigt an wie hoch der Zuckergehalt im Blut ist. Dabei wird der Frau eine Glukoselösung mit 50 Gramm Glukose (Traubenzucker/ Dextrose) verabreicht. Nach 60 Minuten wird der Blutzuckerwert bestimmt. Liegt dieser über 7,8 mmol/l (140 mg/dl), ist das ein Anzeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes.

In diesem Fall sollte ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukose-Toleranztest/ oGTT) durchgeführt werden. Hierbei wird eine Zuckerlösung von 75 Gramm Glukose auf nüchternen Magen geschluckt. Der Arzt bestimmt dann innerhalb eines bestimmten Zeitraumes mehrfach den Blutzuckerwert. Dieser Test gibt Aufschluss darüber, inwieweit der Köper fähig ist, die Glukose in einem festgelegten Zeitrahmen abzubauen. Bei grenzwertigen Untersuchungsergebnissen, sollte der Zuckerbelastungstest nach drei bis vier Wochen wiederholt werden.

Es ist ratsam bei jeder Schwangeren in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche ein Suchtest (Zuckerbelastungstest) durchzuführen. Beim Vorliegen eines erhöhten Risikos, sollte der Test schon in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft erfolgen. Auch wenn der Befund negativ ausfällt, ist es empfehlenswert den Test zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche zu wiederholen.

Darüber hinaus besitzen Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes im Vergleich zu Schwangeren mit normaler Glukosetoleranz ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte und Bluthochdruck.

Zur Behandlung des Gestationsdiabetes genügt in vielen Fällen eine Umstellung der Ernährung und Bewegung. Ein Teil (cirka 15 Prozent) der betroffenen Frauen müssen außerdem mit Insulin therapiert werden.

Auch wenn 97 Prozent der Kinder gesund zur Welt kommen, ist es wichtig, während der Schwangerschaft regelmäßig den Frauenarzt aufzusuchen und alle Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. In den Mutterschaftsrichtlinien ist genau festgehalten, auf welche Vorsorgeuntersuchungen schwangere Frauen Anspruch haben.

Einen Erfahrungsbericht über zu hohe Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft gibt es hier.

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